Starre & Dynamik

Es gibt sie, diese Phasen, in welchen alles entschleunigt erscheint, während du puzzelst, machst und tust und dennoch … schon wieder Watte

Seit elf (!!!) Wochen könnte ich fette Rechnungen versendet haben, tat es aber nicht. Typisch LETHi. Der schnöde Mammon interessiert mich nicht. Auch nicht das Chaos, das ich dadurch finanziell für mich selbst verursache. Scheißegal, was irgendwer will, den ich nicht um eine Leistung gefragt habe, die ich ja auch nicht erhalte.

Das ist Starre pur, trotz — für mich — vollkommen produktiver Tage.

Na, was hast du denn so getrieben die letzten Tage?

Verdammt viel. 🙂 Im Keller wurden wieder einige Spuren zweier schon verstorbener Familiengenerationen beseitigt, meine Bibliothek habe ich dank ebay und amazon ausgedünnt. Die Bücher habe ich ja längst gelesen, Warum also soll ich sie weiterhin entstauben? [Faul wie sie ist, die Chaostante … ]

Blog, Website, Angebotsprogramm 2018 sind gut strukturiert. Neue Schlüsselkunden haben sich eingefunden (hoffentlich schreibe ich da mal sofort die Rechnung und nicht erst mit einem Quartal Verspätung). Der Garten ist in Schuß. Hobbys blieben auch nicht außen vor. Und vor allem Tanzen, Live-Events, Lebensfreude. … Liebe … ❤

Ja, es ist viel passiert. Von einigen wenigen Dingen … da habe ich nichts unternommen, habe es links liegen gelassen. Es ist, als gehöre es zu einer anderen Welt. Worin kein Nutzen ist … who the fuck …?!?

Das Sterben der Dinosaurier

Heute fragte jemand in einem der bekannten sozialen Netzwerke „von wem hast du dich beruflich/geschäftlich getrennt?“ — »Es gehören diejenigen dazu, die auf dem Rücken anderer Provisionen, „Gebühren“ oder anders genannte Beträge „abgreifen“ wollen, die Billigheimer sind und solche, denen Qualität egal ist, wenn hauptsächlich die eigenen QM-Anforderungen stimmen. Für mich sind es Repräsentanten der „Dinosaurier“ an Organisationen, welche zurzeit ordentlich ins Wackeln kommen, denn Kontrolle statt Vision, Strafe statt Motivation und Angst statt Führung funktionieren bald auch in der Breite (Masse) nicht mehr. Davon bin ich überzeugt. — Es sind übrigens viele Menschen hinzu gekommen, die ähnlich ticken wie ich.«

Ja, das war meine Antwort. Und ich weiß, dass es wahr ist. Es gab da noch so ein Ding: Die airberlin-Insolvenz und der Überbrückungskredit. Ich gab auf einem Forum meinem Senf hinzu und galt als neo-liberal. Bloß, weil ich fragte, warum der Handwerksbäcker in seiner Insolvenz von niemandem auch noch einen Kredit erhält … wäre ja auch widersinnig, wenn die Firma zahlungsunfähig ist. Es hieß »Hebelwirkung« und »ach die armen 1 000 Mitarbeiter«. Ja, für die wird die Arbeitsagentur genauso da sein für die entlassenen Mitarbeiter des insolventen Handwerksbetriebs … und hinter (fast) jedem steckt eine Familie. Offensichtlich sind diese engagierten Menschen aber nicht so »systemrelevant« wie die einer Fluggesellschaft, die seit neun (!!!) Jahren rote Zahlen schreibt (von der Ausnahme 2012 mal abgesehen). {Mit dieser Reaktion offenbarte sich übrigens ein geschäftsführender Bediensteter einer kommunalen Gesellschaft, der zurzeit den Urlaub im Südpazifik verbringt und das Motto »man lebt nur einmal« oder ähnlich auf seinem Profil als Motto trägt … klar, dass der am Systemerhalt interessiert ist 😉 }

Zurück zu mir:

Ernüchterung – und nun?

Ich weiß natürlich, dass es nicht so weiter gehen kann. Irgendwie ist es meine kleine »Rache« am System, für das ich mich bis zum Äußersten gestresst habe. Noch ein mehr, noch mehr Erreichbarkeit. Ja, klar, dies auch noch. Zuschlag? Geht auch so. Klar mach ich. Natürlich, auch Sonntags; ja, abends auch. Nachts? Na klar, kein Problem …. nur zur Vortäuschung einer finanziellen Existenz — für wen oder was eigentlich? (siehe oben: Dinosaurier-System).

Ich mache das weder mit Absicht noch mit Vorsatz. Vielleicht existierte ich nicht einmal mehr, hätte ich diese ganze Kasperletheater namens (a)soziale Marktwirtschaft irgendwie noch ernst genommen hätte.

Tja, jetzt sitze ich hier, resümiere wieder einmal, was ich NICHT tat, NICHT schaffte, anstatt auf die Ergebnisse, die Erfolge zu schauen. Ich vermute, dass es anderen LETHis ähnlich geht. Und tief im Herzen weiß ich, dass es anders ist, und dass meine Welt nicht die der Versicherungen, sondern der Selbstverantwortung ist. Meine Welt ist die der Wertschätzung, nicht der Abgrenzung. Meine Welt ist bunt und farbenfroh, nicht herkunfts- oder geschlechtergetrennt.

Bin ich multikultibekloppt?

Gestern Abend, da war ich in einem Discounter in der City einkaufen, so um 20:30 Uhr. Dieser Discounter ist das einzige Geschäft in der Innenstadt, das um diese Zeit noch auf hat. Ich kam mir vor wie auf einem internationalen Flughafen. Gefühlt 20 Sprachen, 50 Kulturen und ganz unterschiedliche Menschen. Alle friedlich. Multikulti geht doch — oder waren alle müde dank ihres Minijobs, der Hartz IV-Rechtfertigung oder anderer Gängeleien unserer unbarmherzigen Bürokratie?

Tja, da standen wir nun in der ellenlos langen Schlange an Kasse 1 und tauschten Blicke aus, lächelnde Kommentare zur Situation, Blicke.

Gefühlt war ich der einzige Mensch mit heller, weißer Haut, blauen Augen UND naturblonden Haaren. Geht doch! Irgendwie wie die ersten Sesame Stree-Sendungen, die ich als Grundschulkind verschlang, weil so viele unterschiedliche Menschen dort auftauchten.

Ich bin ein »Baby Boomer«. Meine Eltern wuchsen mit »besser«, »weiter«, »schöner«, »mehr« auf. Andere Attribute kannten sie nicht. Und daher verwundert es nicht, dass »Multikulti« Programm war (und in entscheidenden Momenten wie der Wahl meines Partners dann auch wieder nicht … auch interessant mit diesen grün angehauchten Möchtegernweltverbesserern: irgendwann kamen »Karriere«, »Aufstieg« und (a-)soziales Geplänkel hinzu wie Markenfetischismus beispielsweise … okay, das ist einen eigenen Beitrag wert).

Ich »Vollpfosten« (ganz lieb gemeint) habe es stets ernst genommen. Für mich sind alle gleich: Menschen jeder Herkunft, Kinder, Erwachsene, Tiere, ja auch Pflanzen. Jeder hat seine Freiheit und die hört da auf, wo meine beginnt. Natürlich gilt das auch umgekehrt. Es ist ein einfaches (kinderleichtes) Prinzip. Respektiere, was ist und achte auf dich selbst, denn kein anderer wird dies tun. Das hat nun nichts mit gnadenlosen Neoliberalismus zu tun, sondern mit Verantwortung.

Du kannst niemanden zwingen, sich an unausgesprochene Regeln zu halten, aber ich kann erwarten, dass jeder erst mal schaut, was ist, bevor er gnadenlos sein Ding durchzieht. Womöglich entdeckt man etwas wie Sympathie oder gar Gemeinschaftssinn.

Starre trotz Dynamik?

Vielleicht stecken gerade deshalb so viele Menschen in der Starre, ob ernsthaft erkrankt oder kurz davor. Viele spüren, dass es mit unserer Gesellschaft, dem Finanz- und Wirtschaftssystem nicht so weiter geht. Hinter den offiziellen Kulissen — da bin ich mir sicher — sind sie genau so dynamisch, arbeiten an ihren Werten und dem Jetzt für ein Leben voller achtsamer Momente.

Oh mannomann, ich wollte hier überhaupt nichts Gesellschaftskritisches ablassen, vielmehr von der LETHi und mir und meinen Weg dadurch berichten. Wahrscheinlich geht das eine nicht ohne das andere, denn — egal welche Krankheit, welche Ereignis auch immer — du bist nachher nicht mehr derselbe Mensch wie vorher.

Nachdenkliche, aber entspannte Grüße,
Chaostante.

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 1 (—)
(ich weiß was ich nicht tue und mir damit einbrocke)

Love, Peace & Music

Lebensqualität ist wichtig. Sie muss nicht viel kosten oder typischen Luxus darstellen. Gute Kommunikationskultur ist eine wesentliche Zutat – nicht nur für Depris 😉

Ich bin heute Abend noch immer „berauscht“ von dem, was am letzten Wochenende auf mich einprasselte:  Drei Tage Reggae mit rund 15.000 Menschen und einem mir ganz besonders lieben. Wie die letzten Festivals haben wir auch dieses Wochenende trotz zeitweiligen Phone-Verlusts (es fand sich schnell im Fundbüro auf dem Gelände – wow, ein Dank an die ehrlichen Mitmenschen) einfach mega-entspannt, super-geil und absolut gechillet.

Ich bin wirklich geflasht (wie schreibt man das eigentlich?) von 3 Tagen Multikulti, gefühlt 1.000 Umarmungen, 10.000 Gesprächen und 100.000 Lächeln in all den Gesichtern. — Warum können wir nicht alle in dieser Welt einfach …. LEBEN und den anderen – so wie er/sie/es ist – leben lassen?
Was mich immer wieder an solchen Events fasziniert ist die Kommunikationskultur, die unter Menschen gepflegt wird, deren Wertebasis Überschneidungen aufweist: rücksichtsvoll, liebevoll, verständnisvoll, freundlich und aufgeschlossen. Etwas, das ich im Alltag vermisse.

Brauchen wir Werte oder Kommunikationskultur?

Kultur geht nicht ohne Wert. Denn es ist immer ein Comittment, das wir in unseren sozialen Bezugsgruppen eingehen: Die einen teilen die Unternehmenskultur (mal mehr, mal weniger), die anderen die Esskultur, die nächsten den Lifestyle. Soweit so gut. Aber jeder Mensch ist zugleich in verschiedenen Bezugsgruppen aktiv und da frage ich mich immer häufiger, wie es um einen Wertekanon aller steht, so wie der Humanismus, die Freiheit, die Selbstverantwortung, vielleicht auch die Gleichheit und die Solidarität.

Manchmal frage ich mich, was uns an Werten in Deutschland (und nicht nur hier) offensichtlich abhanden gekommen ist, denn was mir an der die Kommunikations(un)kultur in einzelnen „Filterblasen“ (um ein Buzzword des Mainstreams aufzugreifen) auffällt, ist Überheblichkeit, Abgrenzung von oder Aggression gegenüber allen, die nicht uniform die vorgebliche Gruppenmeinung teilen, ob Arbeitsteam, Familie, Freundeskreis, Sportverein.  … Ich überlege mir immer häufiger, dass ich lieber schweige als meine Position zu vertreten, denn leider endet es in endlosen Debatten. Ein kleines Beispiel:

Bashing statt Kommunikation

Da die Zahl an Vegetariern und Veganern wächst, ist das Thema Ernährung immer häufiger ein kleiner Schlagabtausch, wenn Menschen zusammen kommen, beruflich oder privat. Gefragt (nicht ungefragt, denn ich missioniere nicht) antworte ich dann wahrheitsgemäß, wovon ich mich ernähre (vorwiegend, Gemüse, Obst und Nüsse) und ernte gleich Abwehrhaltungen wie „nein, für mich wäre das nichts“, „aber ist das nicht langweilig?“, „meinst du wirklich, dies sei gesund?“ – hey! ich habe nicht gesagt, dass ich von anderen Menschen erwarte, dass sie sich ebenso ernähren oder, dass dies Vorschrift werden sollte. Als „Sonderling“ kommt man gleich in die Bashing-Ecke. Also schweige ich immer häufiger, wenn es um die Frage geht und sage in bestimmten Kreisen „och, ich bin Flexitarier“ und denke mir dabei „und heute bin ich mal vegan unterwegs“.

Solch ein Schweigen ist nicht gut, vor allem vor dem Hintergrund aller Entwicklungen und den spürbaren Unzufriedenheiten vieler. Politisch ist dies gefährlich, gesellschaftlich abstrus. Nicht grundlos steigt die Zahl der Erkrankungen stetig.

Good vibes sind (noch) möglich

Zurück zum Event. Was mich sehr erfreute: Dieses Event umfasste auch ein Freibad. Da gab es keine blöden Blicke, und auch keine aufreizenden. Just be. ❤
Es gab da Momente .. dann schwang sich ein Rollstuhlfahrer ins Naß oder ein Mensch mit erheblich Adipostas glänzte noch im Badezeug. Andere kamen knochig wie aus dem KZ daher. Keine dummen Sprüche, keine blöden Blicke. in einem normalen Freibad … nicht möglich! Irgendwer schaut sich immer ein Opfer aus …

Alle hatten einfach Spaß und respektierten das unausgesprochene Grundgesetz: Meine Grenzen sind dort, wo ich deine Freiheiten beschneiden könnte. Irgendwie kam der Spruch in einem Gespräch über die friedliche, liebevolle Stimmung und das Abhandensein jeglicher Ereignisse, die Großevents so häufig begleiten, wie an Alkohol- oder/und Drogenverwendung kollabierende Personen, Streitigkeiten, die in Handgreiflichkeiten enden, oder einfach Klauen oder Zerstörung irgendwelcher Dinge auf.

Lange habe ich über diesen Spruch nachgedacht, denn ich kenne ihn so „meine Freiheit endet, wo deine beginnt.“ Dieser Satz begleitet mich seit dem 13. Lebensjahr; ich schnappte ihn in einem Gespräch mit einem (für mich damals) „Opa“ auf, der vielleicht 40 Lenzen zählte, und schmunzelnd auf mein „wow“ sagte: „ich bin im Anarchisten-Verein“.  🙂 Dieser Satz ist so wichtig für mich, dass er mein Lebensaxiom #1 ist. Und genau das ist der Fehler. Es liegt ein Reibungspunkt darin. Vielleicht ist dieser zu sehr in den Vordergrund gerückt und viele konzentrieren sich nur noch darauf, wo sie etwas durch andere Menschen, Tiere, Pflanzen, Dinge stören könnte, in der vermeintlichen Entfaltung ihrer Persönlichkeit?

Ich habe beschlossen, weiter zu machen in meiner „Vibrationsdiät“, denn schon viele Jahrzehnte ziehe ich mich von Menschen zurück, die ihr Ego an anderen zu reiben versuchen, für mich voller negativer Vibrationen sind. Viele Jahre hatte ich deshalb ein schlechtes Gewissen und dachte, ich lebte Vorurteile. Dabei war es mein Bauch, vielleicht auch mein (nicht das anatomische) Herz, das mir sagte: „Lass diese Energieräuber nicht zu dicht an dich ran; denk an Ikarus!“

Ich mache einfach weiter so

… wie am Wochenende (mannomann war das schön). 🙂 Ehrlich gesagt hat mich mein LETHi genau an das Wesen erinnert, es aufgeweckt, das ich im Laufe der Sozialisierung in unserer vermeintlichen Leistungsgesellschaft, die nur noch eine Mainstream-, Vettern- und Konzerngesellschaft ist, tief in die Ecke gestellt habe, und hoffte, keiner erkennt mein wahres Gesicht.
Denn ich war verletzlich, schockiert über die fehlende Kommunikationskultur, das Abstempeln, das Mobbing, das Lästern, den Sarkasmus, die Freude am Scheitern anderer. Ehrlich gesagt, ich fühlte mich wie ein Altruist unter lauter Narzißten (und wurde in meiner Hilfsbereitschaft und Empathie oft wirklich ausgenutzt, ganz objektiv und mit großem Zeitabstand wohlwollend betrachtet): ganz oder gar nicht, und immer ist was anderes oder jemand anderer Schuld, nie kann und will man die Verantwortung übernehmen, und das einzige, was bleibt, ist, Geld aus dem Fenster zu schmeißen, um Dinge zu kaufen, die niemand braucht, und es Menschen zu zeigen, die einem nichts bedeuten. Ein perfektes Hamsterrad. Narzißsten kennen nur eines: Anerkennung. Damit sind sie Junkies von Meinung, Zu-/Abneigung, Aufmerksamkeit anderer. Sie können nicht anders: immer an anderen picken, die friedlich ihren eigenen Weg gehen, ohne deren Freiheit zu bescheiden. — Ich weiß, wovon ich schreibe, denn es gehört zum Wiederentpellen meines Ichs, den Weg mit mehreren Narzißten einen Teil gemeinsam gegangen zu sein. 😉

Ich habe das Hamsterrad nie so richtig betreten, sondern fragte mich in stillen Momenten „was mache ich hier?“ und vor allem „wie falle ich nicht auf?„.
Wie einem geliebten Menschen trauerte ich der Chaostante nach, die ich in die Ecke gestellt hatte, in der Hoffnung, niemand würde sie entdecken. Und dann gab es sie, die Momente, in welchen die Deckung fast aufflog, mir gesagt wurde „warum machst du dir so viel arbeit damit?“ oder „du kannst aber auch zu jedem Menschen freundlich sein“ oder „warum kämpfst du nicht?“ – Weil Kampf Krampf ist und good vibes zerstört. 😉

Ich wünsche mir so viel Frieden in jedem Menschen auf dieser Welt, denn dann wären wir schon ein großes Stück weiter, mit den geopolitischen Kriegen, der Entmachtung der Bürger in demokratischen Gesellschaften, der Versklavung ganzer Bevölkerungsgruppen, der abscheulichen Behandlung von „Nutz“-Tieren, der Ignoranz des Ökosystems und der Kapitalisierung dessen, was uns uns unsere bescheidenen Existenzen ermöglicht: Mutter Erde (die uns all dies nur leiht).

LOVE, PEACE & MUSIC for all,
die Chaostante.

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 2
(ich habe heute etwas seit 3 Wochen aufgeschobenes abgeschlossen 🙂 )

3 Gründe, warum du (noch) lebst

Eine mögliche Anleitung für den Ausstieg aus dem Netz der Gedanken.

Über eine Woche Pause auf diesem Kanal. Es hat mich mal wieder erwischt. LETHi ist wieder da – und auch nicht. Es ist halt nicht so schlimm wie beim allerersten Mal, und auch nicht einmal mehr so wie beim letzten Mal, aber es ist da: dieses Gefühl, in einer Blase zu stecken, dringliche und auch wichtige Dinge nicht zu tun und statt dessen lieber das, was mir persönlich wichtig ist; alles in Frage zu stellen, sich sehr verletzlich zu fühlen.
Was mache ich? Chaostante produziert Pasta. Ich esse sie selten – teste nur probeweise (rd. 15 Gramm) – produziere sie aber gern und verschenke die Früchte meiner Arbeit.
— Das ist übrigens der Grund für meinen Nick, denn in mir entwickelte sich schon vor vielen Jahren das Gefühl, dass ich die Dinge anders als viele andere Menschen um mich herum angehe, was den Eindruck vermittelt, »chaotisch« zu leben.

Das Pasta-Prinzip

Wenn ich Pasta produziere bin ich voll ganz im Jetzt. Nur Pasta ist das Thema. Ich bin im Flow. Früher ging es mir mit anderen Tätigkeiten so, beispielsweise Gitarre spielen oder eines der vier andere Instrumente, die ich beherrsche, Tennis vor der Wand üben (also ohne Partner), Kochen und backen usw.
Zurzeit sind es Pasta-Produktion, Gärtnern, Fahrrad- und Motorrad fahren, straffen Schritts spazieren/wandern gehen.

Diese Aktivitäten helfen mir, die Blase, den Wattebausch zu durchstoßen.

Ich erinnere mich noch an meine »gesunde« Zeit: Da erzählten mir LETHis genau so etwas und ich dachte »Drückeberger. Die haben keinen Bock, zu arbeiten wie es jeder andere auch muss.« (und ich dachte noch dabei „wie unverschämt sind die, sich Zeit für sich selbst zu nehmen? So kann unsere Gesellschaft nicht funktionieren“) und ich habe mich weiter gequält, gegen meinen Biorhythmus gelebt, gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet. – Naja, vielleicht deshalb darf ich diese Erfahrung mit mir selbst machen. (…) Um zu erkennen, dass es mir um einige wenige wichtige Dinge geht im Leben. Diese haben allesamt nichts mit Status oder Einkommen, Karriere, Familie oder Partnerschaft zu tun; nur mit mir selbst.

Ok. der Weg zu dieser Erkenntnis war lang und hart. Er hatte nichts mit dem zu tun, was man im viel zitierten Volksmund unter »depressiv« versteht. Zu keiner Zeit war ich traurig oder wollte meinem Leben ein Ende setzen. Das macht ja nun auch nicht jeder. Der Suizid — auch der gedankliche — gehört nicht zwangsläufig dazu.

Hier meine Gedanken zur Frage, warum nicht jeder Depressive sich das Leben nimmt, nehmen will usw. Es ist zugleich der Weg, den ich sehr radikal eingeschlagen habe und der mir Schritt für Schritt Verbesserung bescherte.

Grund 1: du erkennst deinen Beitrag

Die Talsohle eines Tiefs ist für mich überschritten, wenn ich mir verzeihe, Gedanken zu haben wie »bloß wegen…« Nein, Schuld sind nie die anderen, nicht einmal die anonymen Umstände. Schuld ist nichts und niemand, denn dieser Begriff bezeichnet ein geistiges Konstrukt, zu welchem wahrscheinlich der Mensch allein fähig ist, — um sich selbst zu geißeln.

Es ist, was es ist. Annehmen, was ist  lautet die Übung der Stunde.

Was mein Beitrag war? Trennendes Denken. Ich war wirklich überzeugt, dass jeder Mensch ein gutes Leben leben kann, wenn er sich nur »anstrengt«. Also, wenn es besonders weh tut, dann ist es richtig. Für Geld muss man halt bluten. Dazu gehören: kaum/kein Privatleben haben, kaum/keine Freizeit, Urlaub usw., keine selbstbestimmte Ernährung usw. … ist halt so. Der Mensch MUSS knechten, damit er das Geld verdient, dass er sodann im System fleißig an andere verteilt. Was für ein Brainwash!

Zurück zum trennenden Denken: alle, die sich dem nicht fügen, müssen also faul sein und schaden dieser Gesellschaft. Mit dieser Lebenslüge wuchs ich auf. Fleißig tat ich alles, um nicht zu solchen unguten Menschen zu gehören. Und dennoch begegneten mir so viele, die ihre Leidenschaft leben. Ich fand keine Antwort darauf, warum mir dies nicht zusteht. Schon wieder so ein Brainwash-Word. Niemand hat ein Recht auf irgendetwas. Und: nein, das „Recht“ kann/muss man sich nicht erkämpfen. Recht und Wahrheit sind weitere Brainwash-Words.

»Sag nicht: Ich kenne die Wahrheit, sondern:
ich ich kenne eine Wahrheit, die meinem Weg folgt.«
(Khalil Gibran)

Abhilfe: Ermächtige Dich selbst.

Es interessiert nicht, wer, warum über dich urteilt. Allein dein Urteil Gefühl zählt. (beurteilen … auch schon wieder Brainwash).

Grund 2: du übernimmst Verantwortung für deine Gefühle

Also ermächtigte ich mich selbst, die volle Verantwortung zu übernehmen. Stück für Stück schnitt ich die alten Zöpfe ab, die auf trennenden Denken beruhten. Es waren viele. Und dann trat so etwas wie eine Stille ein. Ein Gefühl, wie wenn Du vom 10-Meter-Brett runter springst, obwohl du mordsmäßige Angst davor hattest, da unten auf dem Wasser falsch zu landen.

Ich frage mich: Was macht denn da gerade die Angst, das Misstrauen, die Enttäuschung? Und: Was wäre ich ohne diesen Gedanken? Es ist sehr interessant.

Mittlerweile bin ich nahezu hochsensibel, wenn es darum geht, die Vibrationen von Menschen zu spüren, die sich mit Brainwash selbst geißeln und glauben, dies sei die Realität, die Wahrheit, die Unausweichlichkeit. Ich gehe auf Zeitdiät zu solchen Menschen. — Nein, ich muss auch  nicht »helfen«, denn die Erkenntnis ist jedem individuell selbst und persönlich vorbehalten. Nichts und niemand kann es dir abnehmen. Es ist wie Fahrrad fahren oder laufen lern. Das Hinfallen gehört dazu. Einige wenige werden sich ihr Leben lang auf kein Fahrrad mehr setzen, die meisten haben es irgendwann raus, mit dem Gleichgewicht. Sie werden es nie verlernen.

Übernehme die Verantwortung für deine Gedanken und Gefühle — und du wirst Unabhängigkeit ernten.

Grund 3: du folgst deinem Herzen

Der dritte Grund, warum ich bestimmt nicht freiwillig meinen Nachlass irgendwem überlasse … ich folge nur noch meinem Herzen.

Wenn da gegensätzliche Gefühle über irgendetwas aufkommen gehe ich wie im letzten Schritt beschrieben vor und folge dann dem, was stimmig ist. Das war für mich persönlich der größte Schritt. Dieser war mit schmerzlichen finanziellen Einbußen verbunden. Ehrlich gesagt hätte ich selbst nie gedacht, mit wie wenig Umsatz man dennoch überleben kann. Aber: es tut unglaublich gut. Nebenbei bemerkt ist die Talsohle durchschritten. Zugegeben, diese hatte ich 2013 verortet, jetzt haben wir 2017. Aber wer sagt auch, dass ein ein Turnaround nur neun Monate dauern darf? Wie lange werden Startups im Silicon Valley gepimpert und produzieren Tag für Tag Verluste?

Tja, und darum produziere ich zurzeit in 3-Stunden-Schichten abends Pasta. Es tut gerade gut und ich beschenke mir liebe Menschen damit. :-)‘
Ja, ich denke auch über professionelle Produktion nach. Nur, wer die Hürden einer Lebensmittelproduktion in Deutschland kennt, lässt diesen Gedanken ganz schnell wieder 🙂

Phrasen, die du kritisch prüfen solltest

Folgende Phrasen zeigen dir, dass du in alten Schuhen des trennenden Denkens steckst:

  • »Diese Person soll nicht gemein zu mir sein/mich nicht verletzten/ sich entschuldigen  … « (setze ein, was du willst; du kannst von niemandem etwas erwarten außer von dir selbst)
  • »Da kann ich nichts für …« Prüfe deinen Beitrag zur Situation.
  • »Ich erwarte von …« — ja, kann man; das gehört in die Kategorie »Wünsche an das Universum«. Probiere es es mit einer entsprechenden Formulierung.
  • »wie kann man nur …« — Hey, es muss jeder Mensch selbst entscheiden, wie er sein Leben führt.
  • »Dafür musst du dich anstrengen.« — Wenn es schwierig ist, versuche einen anderen Weg, denn all die Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe, und wer nicht liebt, was er tut, mag sich die Freiheit nehmen, das suchen, was er liebt.
  • »ich habe so viel Zeit investiert, und jetzt … (Enttäuschung).« — Hast du all die Zeit gelitten? Wenn ja, warum hast du die Situation nicht schon längst verlassen?
  • »Da musst du durch.« — Nö, müssen muss man nichts. Die Frage ist: Willst du da durch?
  • »Wer hart arbeitet, wird Erfolg ernten.« — Nee! Wer kontinuierlich mit Liebe seinem Weg folgt, der wird Erfolge ernten, vor allem welche für sich selbst …. Schau dir an, wie viele Menschen sich in dieser Lebenslüge selbst quälen und was ihnen übrig beliebt … am Ende.
  • »Also, so wie dieser Mensch würde ICH nie …« — Niemand erwartet, dass du denselben Weg beschreitest. Konzentriere dich auf deinen eigenen.

Mit jedem trennenden Gedanken überhöhst du unwillkürlich dich selbst und erhebst dadurch indirekt den Anspruch, der Mittelpunkt allen Geschehens zu sein. Du bist ein Mittelpunkt, der deines eigenes Lebens, aber nicht der dieser Welt.

Nachdenkliche Grüße,
die Chaostante,

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 3
(es geht schon wieder aufwärts)

 

 

Der nächste Hammer. Naja, selbst schuld

Kaum, dass es mir gut geht, schlägt die Finanzbehörde zu, mit einer Schätzung. In zwei Tagen hätte sie die versäumten Erklärungen erhalten – ganz ohne Druck, denn aus der Branche kommend kenne ich die Allerletztermine.

Hast Du Freitag überlebt ist Samstag. N’abend. Und dann schlummert unangenehme Post im Fach. Übrigens vom angeblichen Zustellungsdatum drei Tage zurück datiert … sowas.

Ja, es gibt Pflichten, denen Depressive nicht nachkommen können

Es geht um Steuern. Ich versuchte es alle paar Wochen wieder in meinen schlimmsten Phasen. Doch mit jedem Beleg war ich an genau diesen oder jenen Tag erinnert, war genau drin, wie ich mich damals fühlte (und wie mistig das in depressiven Episoden ist), dass ich es einfach sehr lange (zweieinhalb Jahre) beiseite schob.

Mein größer Fehler ist, das Finanzamt über meine Erkrankung unterricht zu haben – denke ich. …

Nun hatte ich langsam den emotionalen Abstand und begab mich fleißig an die eigene Buchhaltung und schwupps! der Hammer. Eine fette Schätzung.

Was ihr schätzt, hätte ich gerne auf dem Konto gehabt

Ich finde es ja toll, dass die Ämter auf Konten gucken können, aber warum erfinden die dann 30% Umsatz dazu? – So langsam frage ich mich, warum ich überhaupt etwas erkläre, wenn doch der Staat sowieso auf alles zugreift.

Ich kennen den Verfahrensweg, habe diesen eingeleitet, aber es bleibt erst mal die Last, eine für mich ungeheure Summe erst einmal binnen 3 Wochen auftreiben zu müssen – bloß wie?

Ich erinnere mich, das war der zweite Grund, warum ich die Buchhaltung aufgab … ich wusste nicht, woher ich das Geld auftreiben sollte, was ich nach zu- und Abrechnung denn dann „schuldig“ bin.

Für Steuereingeborene: Ich habe drei Umsatzsteuersätze in meiner bescheidenen Existenz als Solopreneur zu berücksichtigen. Erst am Jahresende können die nicht direkt zuordnungsfähigen Vorsteuerbeiträge entsprechend der Umsatzanteile zugeordnet werden. Daher ist sowieso jede unterjährige Erklärung Nonsense; sie zieht einen Haufen Korrekturbuchungen nach sich.

Tipp für Angehörige

Auf angeblich bürgerliche Pflichten drängen ist absolut kontraproduktiv, ebenso wie jeglichen Druck aufbauen, gerne auch emotional (dazu später mehr). Nett wäre, wirklich zu unterstützen, gemeinsam die Aufgabe anzugehen – egal welche.

Eine leicht verbockte
Chaostante,

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 5
(naja, so alles wie in Watte – körperlich noch alles gut bis auf extreme Verspannungen, aber das wird schon wieder. Zumindest habe ich bislang vier Jahre nicht mit den Zähnen geknirscht im Schlaf … ein anderes Thema …)

Donnerstag.

Der Name ist Programm. Wo hat es heute gedonnert? Lies es hier.

„und wenn du Mittwoch überlebst ist Donnerstag.“ Jo. Haben wir. 🙂
Tja, und was war da so? –> Oh mannomann … soviel Produktivität … und leider auch die Erkenntnis – wieder einmal – ich bin schon längst aus der Talsohle (oder doch nicht?). Schön, aber erschreckend, dass ich es selbst nicht merke.

Ich merke nicht, wenn ich in einer depressiven Episode bin

Ich stehe auf, kämpfe mich durch den Tag, mal mit mehr mal mit weniger Freude. Nie mit Brass oder Unmut, gar Wehleidigkeit oder Traurigkeit (BTW … warum enden die letzten Substantive auf -„keit“?). Dies ist mir in den letzten fünf Jahren echt abgegangen. (…)
Es ist, was es ist („… sagt die Liebe“ schallt es in meinem inneren Ohr). Das ist schön. Entschleunigend. Das habe ich wirklich wertzuschätzen gelernt [danke, DEPRI].

Tja, und dann dachte ich „ich schreibe mal wieder einen Newsletter“ so für meine Fimra und so … und schaute mir die Daten an. Von November bis Juni: Pause, davor das Jahr Dezember bis April … hmmmm In den Sommermonaten bekomme ich alle 6 Wochen auf die Reihe, monatlich nicht. Nix von wegen an jedem ersten Sonntag („kommt die Erinnerung“ … schubidubidubab … wer’s kennt … 😀 ).

Was passiert im Winter?

Ich bin mir nicht sicher. Es waren im letzten Winter keine Umbrüche wie Beziehungskrise usw. (hach, ich schaff es ja, dauernd irgendwie irgendeine Partnerschaft zu haben… – mehr dazu später). Nein, es war – dessen bin ich mir sicher – noch alte Aufträge zu mir unmöglichen, nicht wertschätzenden Bedingungen, die mich fesselten.

Ich möchte für meine Leistung anerkannt werden (und ich kann recht viel, bloß nicht, hektische Leute um mich und verlogene und solche, die sich viel zu wichtig nehmen). Nun – heute – habe ich das allerallerallerletzte Band zu Altkunden durchtrennt. Klasse. 🙂

Ich habe erst mal drei Stunden Pasta gemacht (also selbst gefertigt), den Blog bedient, zwei Newsletter eingerichtet, eine neue Mailinglist (optin-Tralala usw. abmahnfrei) usw.   … boah!!!

Dieser verdammte Knoten im Kopf

Ich hätte all das schon viel früher (genauer 2001) machen müssen. Ich habe es einfach weiter ertragen. Viel Arbeit für wenig Geld. Viele Menschen, die bei jeder meiner Arbeitsstunden mit kassieren. Ich heute? NÖ!

Da kam wieder so eine verschissene Anfrage, ob ich nicht für eine „große Bank“ die Mitarbeiter schulen wollte. Nö. Soll diese Bank mich selbst fragen. Anderen dazwischen gönne ich keine 50% des Umsatzes. Over and out.
Klemmt mal eure Hinterteile zusammen; ihr wollt mich … mit 30 Jahren Erfahrung … „vermitteln“ und wie ein dämlicher Zuhälter auspressen? Gebt Euer Gehirn ab. – Hey, hier darf noch jemand drauf prügeln … noch wer da? {boah}

Ich bin für ein Ende der Finanzsklaverei. Und das gönne ich mir – auch und gerade trotz zahlreicher Monographien, Vorträge, CD’s, DVD’s und all dem anderen Gedöns, das mich jetzt gerade so am leben hält, unabhängig von dieser ach-a-sozialen Marktwirtschaft. – JA, ich will was vom Staat: RUHE. Ich sorge für mich, nicht für Dich, lieber Staat, und dafür nervst du mich nicht mit 1.000 Erklärungen und Berichten, die du rein für deine verlogene Statistik haben willst. [Kotzmodus aus]

Wenn Du Donnerstag überlebst ist FreUtag, 🙂
die Chaostante.
{hihi 😀 }

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 4 (so geht es vielen, oder?)

Und am Ende eines produktiven Tages: Leere

Uuui… kommt da ein depressives Tief oder ist es nur Melancholie?

Es ist schon verrückt, was der Mensch mit seiner Lebenszeit macht. Ich beispielsweise mit meiner: 2 Stunden familiäres (nur Zeitzugeständnisse), 1 Stunde Selbsterhaltungstrieb (irgendwie muss man ja Haus und Grund rein halten), 8 h. Schreibtisch, zur Krönung insgesamt 3 h Webinar und 1,5 Stunden probeweises Testen des Mitschnitts vor Freigabe.

Und dann war die Leere da

Ich lasse Reggae, Ska, Rocksteady laufen. Es ist ein wunderbarer Sommerabend. Die Grillen zirpen. Aber jetzt – um 23 Uhr bei 22 Grad außen – ist mein Lieblingsmensch in einer anderen Stadt auf dem Weg ins Bett, weil er im Hamsterrad steckt …. – und ich? … Ich könnte noch vier Stunden Party dran hängen. Ich bin mal wieder zu aufgedreht ob der vielen erledigten Dinge, zu aller Zufriedenheit, – nebenbei bemerkt. Alles klasse. Aber dann ist dieses Gefühl da:

Fast niemand kennt meine Freude

Jetzt ist so ein Moment, den ich so gern mit mir lieben Menschen teilen möchte, doch niemand ist da. – Das ist sehr interessant, denn in tiefsten Tiefs habe ich mich gefragt „wofür lebe ich, wenn ich meine Emotionen mit niemanden teilen kann?“ Diese Frage war jedes Mal ein Abwärtsbeschleuniger. Ich schaute mein Spiegelbild an und fragte mich „wie lange wirst du noch so (für meine Begriffe: gut) aussehen?

Heute nicht.

Ich schaue in den Spiegel und mache für mich meine Momentaufnahme, rein innerlich, kein Selfie. Schön war es heute. Und ja: hallo Welt, du darfst daran teil haben.

Es ist meine Welt

Vielleicht leben wir alle in unserer Welt, jeder Mensch in seiner. Und ab und zu haben wir diese Begegnungen. … Naja, jetzt wäre es gerade richtig, aber: niemand da. BTW: da gab es doch einen Song von einer Berliner Combo, die mal deutsch, mal englisch sang? Naja, auch egal.

Ich wollte einfach mal meinen Gedanken freien Lauf lassen.

– Dies ist eine Schreibübung im Wortgeschäft oder im WortSPORT, wie eine mir sympathische Person der sogenannten alternativen Medien zu sagen pflegt.

Unsere Welt

Ich danke den zahlreichen „Begegnungen“ hier in den persönlichen Blogs. z.B. dem depressiven Optimist oder dem Klapperhorn oder oder … zeiigt es mir, dass ich nicht allein all diese Gedanken als Energie ins Universum lasse.

Hey, macht Party. Es ist Sommer. Es ist „Wochenteiler“ oder whatever und wenn du heute überlebst ist morgen Donnerstag 😉

Herzlichst,
die Chaostante.

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 3,5 (es geht auf die vier)

 

Ist ein BGE die Lösung?

Am 27.07.2017 werden wieder BGE’s verlost. Was macht das mit dem Menschen, vor allem in der Depression?

Als Selbständige hat mich die Depression in ihren schweren Perioden zu Beginn besonders hart getroffen. In manchen Monaten null Einkommen und trotzdem ich allen, die was wollten, das Gutachten geschickt habe, trudelten erst mal Mahnungen und gelbe Briefe ein. Die absolute Krönung brachte meine private Kranken- und Unfallversicherung. In den ersten vier Wochen nach erstem Platzen der Abbuchung (so drei Monate nach Start der ersten Episode) trudelten ganze 6 Briefe ein (ihr ahnt es: ich habe sie allesamt nicht geöffnet; dafür fehlte mir die Kraft, zumal die Umsatzperspektive recht mau war). Und ich? Verfiel erst einmal in Starre. Aber das soll nicht Thema dieses Beitrags sein, sondern eher eine spekulative Frage an mich selbst:

Was wäre, wenn ich in der Depression keine Finanznöte gehabt hätte?

Auf diese Frage komme ich, weil am 27.07.2017 wieder einige Grundeinkommen verlost werden, 1.000 € monatlich ein Jahr, bedingungslos (übrigens unter www.meinbge.de). Was wäre gewesen, wenn meine Versicherung nicht auf Klausel Nr. 3486 (rein erfundene Zahl) verwiesen hätte, nachdem eine erhebliche Kostenbeteiligung bei der Behandlung psychischer Erkrankungen zu zahlen sei (obwohl ich damals dahin gewechselt bin mit der Verabredung „so wie gesetzlich“ versichert zu sein, nicht mehr und nicht weniger)? Da wurde mir rein schlagartig klar, dass ich weder Hilfe co-finanzieren kann noch mein Einkommen weiter auf dem gewohnten Niveau halten kann. Doppelt blöd. :/

In die dieser Zeit hatte ich mir gewünscht, dass ich für drei Monate bitte einfach nur leben kann, ohne mir sorgen um den Briefkasten oder den Kontoauszug machen zu müssen. Am liebsten hätte ich gehabt, dass mir jemand einen Schlüssel von einem Häuschen irgendwo in der Pampa in die Hand drückt, wo ich gerade mal zum nächsten Markt radeln kann, kein Internet habe und kein Telefon (Strom aber schon) und Stille.

Was wäre also, wenn ich damals ein BGE gehabt hätte? Ich glaube schon, dass es mir erst einmal geholfen hätte, vor allem dabei, mich nicht zu extrem schlecht bezahlten Aufträgen zu schleppen, bloß, damit überhaupt etwas auf das Konto kommt, das dann das Finanzamt erst mal fleißig pfändet (da ich zur Buchhaltung nicht fähig war). Das war so eine Abwärtsspirale: Schlecht bezahlt bedeutet keine finanzielle Anerkennung meiner Leistung; das bedeutet geringeres Selbstwertgefühl; das feuert die depressive Episode an. Dazu kommt, dass die Konzentration auf die Aufträge extrem anstrengend war. Ein Kreislauf nach unten.

Mit einem BGE hätte ich mich wahrscheinlich frei gefühlt, zu sagen „sorry, bei den Bedingungen nicht“.

Angst, dass Angst kein Lenkungsfaktor mehr ist

Nebst vielen Für und Wider des BGE ist aber die fehlende Angst, aus welcher sich manche Menschen zu unwürdigen Bedingungen (überlange Arbeitszeiten, Lärm, fehlende Pausen, miserable Vergütung, lange Pendlerstrecken, hohes Stresslevel, unmöglicher Umgangston usw.) am Arbeitsmarkt verdingen, genau das, wovor so viele Angst haben in dieser Republik.

Was wäre, wenn der Pfleger sagen würde: Nö, nicht schon wieder eine 60-Stundenwoche. Dann kündige ich? – Dann käme ja alles durcheinander im Kostengefüge; womöglich müsste man darüber nachdenken, ob die Wasserköpfe abgebaut werden müssen, die traditionell die höheren Einkommen einstreichen, als die, welche am Kunden die Leistung erbringen oder an Maschinen.

Vielleicht hätten dann auch weniger Menschen Depressionen. Was meint ihr?

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 3 (es wird gerade wattig …)

Nachdenkliche Grüße,
die Chaostante.