Mir fehlen Worte und auch Emotionen

Heute erhielt ich die Nachricht, dass ein freiberuflicher Mitstreiter nach kurzer Krankheit den Regenbogen durchschritten hat. Was es mit mir macht, liest du hier.

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Wieder einmal heißt es: So schnell kann es gehen. Nein, es ist nicht dieser Mensch. Es ist ein anderer. Noch Anfang Mai sprachen wir, weil er als Freiberufler Aufträge abzugeben hatte. Den Grund erfuhr ich damals (also quasi gestern) nicht. Vor zehn Tagen dann ein Posting »schmerzerfüllt im Krankenhaus XY«. Wie es so in sozialen Medien ist, wünscht man schnelle Genesung und dann … zehn Tage später diese Nachricht.

Als ich mich an die Endlichkeit erinnerte

Tja, und da waren sie dann da, die Gedanken. Ich versuche mich in einer wertungslosen Aufzählung:

  • Unfassbar. Gestern noch fidel und heute dahin. Scheiß Krebs.
  • Da liegt ein System zugrunde. Jedes Jahr sind es immer mehr, die an multiplen Metastasen auf den den inneren Organen (meist eine Dreierkombination aus Milz. Leber, Nieren, Darm, Magen, Lunge) erkranken, und kaum, dass sie beim Arzt die Diagnose erhielten, auch schon versterben. Traurige Jahrgänge 1962 bis 1970, bei welchen sich die aus meiner subjektiven Empfindung heraus extrem häuft.
  • F*ck. Warum trifft es überhaupt jemanden?
  • Ich habe diesem Menschen nie gesagt, wie entspannt es war, mit ihm zusammen zu arbeiten (wir haben nach dem Projekt, das über zwei Jahre dauerte, Kontakt gehalten, mal hier und da drüber geredet, waren uns sympathisch …, doch stets war es recht beruflich, wenn auch zuweilen lebenshilosopisch.
  • Ich muss den anderen Menschen, die ihn aus dem gemeinsamen Projekt kannten und ihn sehr schätzten, Bescheid sagen (das tat ich dann auch, in Telefonaten. Einige waren auch informatorisch auf der Höhe, andere nicht).
  • Ich wünschte Dir in einem sehr persönlichen Gespräch noch viele Sommer (es ist »unsere« Jahreszeit), und nun … wie viele Sommer liegen noch vor mir?
  • Unsere Kreise schlossen sich: wir lernten Menschen kennen, die den jeweils anderen schon kannten. Das war lustig, das Bild anderer zu erfahren.
  • Soll ich eine Kerze anzünden, irgendetwas Rituelles zum Gedenken begehen? – Ich weiß es nicht.
  • Verdammt, es war eine geile gemeinsame (Arbeits-)Zeit mit dir ❤

R.I.P. lieber S.K.  – 47 Lenze. Verdammt, wolltest du nicht ewig leben? 

Die Nachricht ist nun gut elf Stunden alt und ich merke, dass es mich mehr beschäftigt, als ich dachte.

»Was wirst du daraus lernen?«

Ich werde mich einmal mehr fragen, ob ich das Richtige tue oder mein Herz verrate. Das Leben ist zu kostbar, um es einfach nur wegzuleben.

Und wenn Du Dienstag überstehst, ist Mittwoch und schreibst hoffentlich diese Rechnung,
die Chaostante.

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 3
Ich bin seit dem 20.04.2018 auf Talfahrt, aber es gibt sich wieder 😉

PS.: Es fällt mir schwer, die Kontaktdaten aus sämtlichen Medien/Datenbanken zu löschen, wie immer, wenn ein Mensch aus meinem Umfeld ins Meer der Seelen aufsteigt. See you later.

+++ EILT! Der Wahnsinn hat Methode: EU-Leistungsschutzrecht

Gibt es bald ein Postingverbot, da für jeden Link fragwürdige Gebühren an Verlage zu zahlen sind, die den Schritt in die Digitalisierung verpennt haben? Mehr erfahren …

Kaum hat man sich über das Monster namen DSGVO  und auch das EUGH-Urteil bezüglich der Datensicherheitshaftung von Fanpagebetreibern auf Facebook abgeregt, wird eine neue Zensursau durch das digitale Dorf getrieben. Die Reform des EU-Urheberrechts.

»Ja, ist doch gut, wenn Autoren geschützt werden«

Ich bin selbst Autor für Zeitschriften und mit Monographien sowie Beiträgen in Sammelwerken ganz klassischer Verlage und finde Raubkopien ganz bestimmt nicht gut. Jetzt stelle man sich vor, man berichte – wie in diesem Artikel – über einen Meinungsgegenstand und verlinkt die Quellen, weil man den Leser selbst in die Lage versetzen will, sich ein vollständiges Bild zu machen (was wissenschaftlich sowieso Usus ist). Nun muss der Autor für jeden Link bezahlen. Geht’s noch?

»Ich schreib hier nur Prosa; interessiert mich nicht«

Nix da! Weißt du, wer vielleicht drei gleiche Worte in Folge irgendwo benutzt hat, die auch in deinem Text so vorkommen? Dann sitzt du vielleicht schon in der Falle. Im besten Fall – so stellen es sich die ganz scharfen Hunde vor – wird dein Text schon beim Upload mit einer Datenbank urheberrechtlich geschützter Texte abgeglichen (und vielleicht schon automatisch dein Konto belastet).

»Warum kocht das jetzt erst hoch?«

Tja, das frage ich mich auch, zumal der Entwurf auf den 14.09.2016 datiert ist. Was machen Politik und Presse? Nicht berichten, stillschweigen, aussitzen und hoffen, dass der Bürger dies nicht bemerkt. Diese Politik des Hintenrum, alternativlos und »oups, jetzt ist es passiert, aber wir schaffen das« ist kaum mehr zu ertragen.

Ich füge euch einige Links zu Artikeln und vor allem zum Originaltext bei. Denn das Bild sollte man sich stets selbst machen und nicht die x-te Interpretation einer Information für bare Münze nehmen.

»Ja, was kann ich denn dagegen tun?«

Mach mit und wehre dich. Mozilla hat hierfür eine Anleitung und einen Service eingerichtet: https://changecopyright.org/de/

Und wenn Du Dienstag überlebst hält der Mittwoch schon die nächste Knebelung der Freiheit bereit, oder wie?,
die Chaostante.

Referenzen

Original Entwurfstext bei der EU. Vorschlag für eine RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt, kurz: COM(2016) 593 final vom 14.09.2016 – Achte auf die Artikel 11 und 13

t3n: Vergesst die DSGVO: Das Netz verliert gerade seine Informationsfreiheit, 11.06.2018, 14.33 Uhr

Mozilla: Setzen Sie sich für das Urheberrecht im digitalen Zeitalter ein [Stand: 12.06.2018, 11:01 Uhr]

Julia Reda: Artikel 11 des Kommissionsvorschlag zur Ausweitung des Urheberrechts [Stand: 12.06.2018, 11:08 Uhr]

Alexander Fanta/Netzpolitik.org: Das Leistungsschutzrecht – ein Zombie-Gesetz aus Deutschland wird bald in ganz Europa Realität [30.05.2018]

 

 

Trockener Frühling

Seit neun Wochen hat es so gut wie gar nicht geregnet. Mittlerweile schaffe ich literweise Wasser an die mir lieben Pflanzen. Ist das normal? Normal ist jedenfalls nicht, was mich nicht antreibt.

Seit Mitte April haben wir hier im Rheinland südeuropäische Temperaturen.  Ich laufe in Mini ohne Strümpfe oder Strumpfhosen oder in Shorts herum und nachts ist auch nicht wirklich kälter als draußen 😉 Ist das bei dir auch so?

Klasse! Endlich Supersommer …

Moment… noch haben wir Frühling. Sommer ist es erst in zwei Wochen. Klar, ich freue mich über dieses Wetter. Erscheint es mir doch als die einzig liebenswerte Wetterlage … Aber als aktiver Gärtner beobachte ich das stille und leise Austrocknen. Es ist wirklich zu wenig Feuchtigkeit.

Ich bin zwiegespalten: einerseits ist das Wetter klasse, andererseits ist es nicht normal. Für mich fühlt es sich nach Jahren wie in Watte an, als ob sich alle Lebensgeister um mich herum aufbäumen, erwecken. Sehr komisch.

Schon wieder Watte?

Tja, und wenn ich dann in den kühleren Abendstunden mit mir am Schreibtisch ins Gericht gehe, stelle ich fest, dass ich schon wieder das Schreiben einer fetten Rechnung  sage und schreibe sieben Wochen verschleppt habe. Ich frage mich: WARUM?

Der Auftrag lief super, der Kunde ist toll, alles prima und ich? Ich schicke die Rechnung nicht! 100 Gedanken gehen mir durch den Kopf, beispielsweise

  • Fühle ich mich ausgenutzt oder unterbezahlt?
  • War die Arbeit total unangenehm?
  • Sind lästige Nacharbeiten zu erledigen?

Ich kann alles mit gutem Herzen verneinen. Warum schreibe ich die Rechnung nicht? Verweigere ich mich diesem Geldsystem, so ganz tief im inneren? – Ich weiß es nicht. Aber: morgen, wirklich morgen, werde ich die Rechnung senden. Es ist ja nun auch nicht wirklich peinlich zu spät 😉

Trockene LETHi?

Vielleicht trocknet die Lethi ja doch so aus wie der Boden in der Sonne. Tagtäglich schleppe ich Wasser an die mir Lieben Pflanzen, rund 150 Liter insgesamt. Heue habe ich den Schritt aus dem OFF gewagt und das letzte Ehrenamt niedergelegt. Es prasselten Mails ein. Nicht mir »Warum?  Was ist passiert? Wie geht es Dir?« usw, sondern mit »toll, jetzt muss ich das übernehmen.«. Wertschätzung habe ich mir anders vorgestellt.

Und ich glaube, dass ich nun im Kopf frei dafür bin, den Organisationen die schon längst fälligen Rechnungen zu schreiben, die Wert auf meine Leistung legen, anstatt mich von unentgeltlichen Arbeiten weiter runter ziehen zu lassen.

Und wenn Du FreUtag überlebst, ist Samstag,
die Chaostante.

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 2 (-)
Ich habe vieles im Griff, vor allem die Emotionen, aber so insgesamt gibt es doch in Sachen Solopreneurship etwas zu meckern.

 

 

Postfaktisch gesehen …

Das postfaktische Zeitalter ist so wichtig, dass es sogar auf die Agenda der diesjähringen Bilderbergerkonferenz geschafft hat. Doch worum geht es eigentlich, rein post-truth-mäßig?

Die Bilderbergerkonferenz listet für das Jahresmeeting 2018 zwölf Themen auf. An Stelle #11 befindet sich »The “post-truth” world«, also die postfaktische Welt. Gelegenheit genug, sich einmal genau mit diesem Begriff zu befassen, der seit einigen Monaten durch die Medien geistert, aber – rein postfaktisch gesehen – absolut nicht neu ist.

Post-faktisch

Nach den Fakten oder subjektiv nachprüfbaren Ereignissen, so könnte man den Begriff übersetzen. Ja, aber, was ist denn so schlimm nach den Ereignissen? Dazu müssen wir ein wenig in die Welt der Informationswissenschaft abgleiten.

Jedes Datum bedarf einer Interpretation, um überhaupt zur Information zu werden. Das Datum, der Fakt, dass zurzeit beispielsweise 23°C Außentemperatur in meinem Mikroumfeld bestehen, sagt noch gar nichts. In Verbindung mit der Absicht, das Haus zu verlassen wird dieses Datum zur Information. Nämlich dieser, dass keine Jacke notwendig ist. Nehmen wir mal an, ich verlasse nun also ohne Jacke das Haus und gehe einkaufen. Vor dem Kühlregal beginne ich zu frösteln, denn logischerweise ist die Temperatur davor unter 23°C. Postfaktisch stelle ich fest, dass die Kleidung nicht geeignet für den Einkauf war.
Puh, das ist jetzt vielleicht holprig, aber prinzipiell für die Erklärung geeignet, hoffe ich.

Beim »postfaktischen« fließen Bewertungen, auch emotionale in eine Gesamtbeurteilung einer Situation ein, die in der Vergangenheit liegt. Was ist denn nun so neu am postfaktischen Zeitalter? Klar, gemeint ist damit, dass hier die (Achtung, ein zu definierender Begriff) »Wahrheit« interpretiert wird. Was aber ist Wahrheit – und gibt es nur eine? Natürlich nicht, denn diese hängt von der Informationslage ab, wo wir schon wieder dabei sind, dass ein Fakt informationstechnisch verarbeitet, also bewertet und in größerem Zusammenhang eingeordnet wird. Tatsache ist, dass wir bei jeder Informationsverarbeitung individuelle Bewertungen vor dem Hintergrund unseres subjektiven Faktenwissens, unseres emotionalen Bezugs zum Meinungsgegenstand und der Bewertung der Bedeutung dessen, was wir wissen, durchführen. – Alles klar?

Hier ein kleines praktisches Beispiel aus meinem Alltag.

Mein postfaktisches Erlebnis der letzten Tage

Vor 30 Jahren hätte dies für einen halben Nervenzusammenbruch gereicht, vor 20 Jahren für einen mächtigen Wutausbruch, vor zehn Jahren vielleicht noch für ein verzweifeltes »Ich habe keinen Bock mehr«. Und das ist passiert:

  1. Vorgestern abend schüttete ich eine große Kaffeetasse auf mein Notebook (Fakt 1: Ursache). Die trotteligen Umstände, die zu diesem Ereignis führten, lasse ich mal weg 🙂
  2. Das Notebook ging aus und ließ sich erst einmal (ganze 15 Stunden) nicht mehr starten (Wirkung? Achtung! Ging das Notebook trotz oder wegen des Kaffees aus? Gibt es einen direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang? Wirklich?)

Und nun? Postfaktisch könnte ich mich über meine Trotteligkeit ärgern, könnte eine »Ursache« für die späten Notebookaktivitäten suchen und vielleicht auch einen vermeintlichen »Schuldigen« finden. Ich könnte natürlich für die Zukunft daraus lernen und mir beispielsweise vornehmen »ich trinke nie wieder Kaffee am Schreibtisch« oder »ich arbeite nie wieder nach 18 Uhr am Schreibtisch« und so weiter.

Postfaktisch empfinde ich tatsächlich das Ereignis als Geschenk, darüber nachzudenken, was dieser Vorfall nun mit mir macht:

  • Entsetzen,
  • Wut (vor allem auf mich selbst),
  • Hilflosigkeit (oh mann, meine Daten, die nicht in der Cloud sind …).

All diese Emotionen waren nur kleine Gedankenblitze und ich fragte mich: wie wirst du in Zukunft mit deinem Werkzeug namens Notebook umgehen, um genauso wie ein Handwerker mit einem baugleichen Werkzeug direkt dort weiter zu machen, wo du warst, als dein Werkzeug den Geist aufgab? Richtig, ich werde mich unabhängig einrichten und das Notebook als das nutzen, was es ist: ein Werkzeug und kein individuelles Anhängsel meiner Persönlichkeit. Auch wenn ein Handwerker beim Verlust seiner Hilti heult, so kann er mit einer neuen doch gleich da weiter machen, wo er aufgehört hat, oder?

Also, postfaktisch finde ich wirklich gut, gibt es doch auch Gelegenheit zur emotionalen Auflösung innerer Verstrickungen 🙂

Hach, und wenn du den Wochenteiler überlebst ist Donnerstag,
die Chaostante.

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 1 (-)
Naja, kraft hat der Akt mit dem Notebook schon gekostet, aber jetzt bin ich informativ aufgestellt, falls schnell Ersatz her muss. Da kommen dann drei Modelle zur Auswahl 🙂

Alles in Ordnung bringen

Was mach ich, wenn mal wieder die Gefühle durcheinander sind? Ho’oponopono. Hier die Anleitung.

Ho’oponopono ist hawaiianisch und bedeutet »in Ordnung bringen« oder »Aussöhnen und Vergeben«, frei nach der Kräuterheilerin Morrnah Simeona (1913-1992).

Ho’oponopono – die Schritte

Es ist wichtig, folgende Schritte emotional und von Herzen bejahend zu durchlaufen. Auch wenn du deinem »Feind« vergibst, tue es von ganzem Herzen. Ertappe dich bei unwahren Gedanken. Sonst funktioniert es nicht. Hier ist die Anleitung

1) ich vergebe dir;

2) ich segne dich;

3) ich danke dir;

4) ich liebe dich.

That’s all. Mach es mit Gefühl und siehe, was passiert. ❤

Ordnung in der realen Welt

Manchmal/häufig ist der Mensch bestrebt, auch in der realen Welt alles in Ordnung zu bringen. – Kennst du dieses Gefühl, vor der Urlaubsreise die Wohnung in Schuss zu bringen und alles super aufzuräumen? Das ist dann ein schöner Anlass für die Ordnung.
Anders sieht es aus, wenn »eigentlich« etwas anderes zu tun ist, Lernen für eine Prüfung oder die Steuererklärung anfertigen beispielsweise. Bring auch dann deine Emotionen in Ordnung, mit Ho’oponopono.

Tipp für Angehörige

Wenn der LETHi vorbildlich akkurat ordentlich in der realen Welt ist, hat er gerade mit Ho’oponopono seine Probleme. Lass ihn räumen, denke aber nicht »jetzt ist alles gut« und handele nicht nach diesem Gedanken. Der LETHi bereitet sich vielmehr gerade darauf vor, seine Emotionen zu ordnen.

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 1 (-)
Die äußere Ordnung ist mir gerade wichtig und ich frage mich, was ich emotional in Ordnung bringen sollte 😉

PS.: Die Avocado ist eine erstaunliche Frucht, genauer sogar eine Beere. Entpellt man den Kern des farblich recht homogenen Gebildes kommt nach wenigen Stunden eine Farbexplosion zum Vorschein, so wie bei jedem Menschen, der sich entfaltet.

Alles ist da, in Fülle

Manchmal läuft man blind durch das Leben. Dabei ist das Gute um dich herum.

Fülle im Garten

Nachdem ich mich mit der Brombeere auseinandergesetzt habe kamen die anderen eher »unnützen« Pflanzen in meinem Garten dran. Von vielen weiß ich um die eine oder andere Wirkung, aber erstaunlicherweise gesellten sich noch viele hinzu. Beispielsweise

  • Efeu (Reinigung von Textilien, Husten)
  • Klettlabkraut (Lymphsystem, Nierentätigkeit)
  • Omas heißgeliebtes Lungenkraut (Bindegewebe)
  • Königskerze (Husen, Atemwege)

Ganz klar: Der Kräutergarten enthält eine kleine Hexenküche, nicht nur aus Schnittlauch, Petersilie, Pimpinelle, Thymian, Bärlauch, Olivenkraut, Majoran Bohnenkraut, Kresse & Co., sondern auch Waldmeister, Kamille, Wermuth und Lorbeer. Selbst Zuckerkraut ist dabei (obwohl ich diese Süße als viel zu derb empfinde).

Einzig Aronstab und Fingerhut sind unbrauchbar, aber bei Insekten äußerst beliebt. Daher dürfen Sie natürlich bleiben. Tja, und weiter ging es mit meiner Recherche:

Was geht denn alles mit den Bäumen?

Birkenbätter, Eichenblätter usw. mannomann. Ich frage mich, warum ich überhaupt noch einkaufen gehe … zumal das übliche Obst und Gemüse ebenfalls sprießen … Ab heute: Kein Salat mehr aus dem Supermarkt. Lieber einen Wildkräutermix mit schöner essbarer Blütendekoration aus Löwenzahn, Brennessel und Co. 🙂

Die Fülle umgibt dich

Ich lade Dich (nochmals) ein , dich umzuschauen und die Dinge zu betrachten, die du anzuziehen scheinst, die dich verfolgen, gar nerven: wie wollen sie genutzt werden, damit es dir besser geht?

Während ich so Tag für Tag gärtnere (und ich nehme mir zurzeit als FreUberufler mehr Zeit für den Garten als in den letzten Jahren und als ich mir als meine Chefin gestatten sollte) schießen mir Dinge durch den Kopf, die ich ohne Bewertung, ohne Bedauern wahrnehme. Beispielsweise:

  • Du hattest dich verlassen
  • Du gingst nahezu auf innere Abwehr bei »Kräuterhexen« in deinem Umfeld für eine gewisse Zeitphase
  • Du hast fast das Gartenwissen vergessen dass du als Kind schon besaßt (was habe ich noch alles fast vergessen?)

Ich beobachte diese Gedanken und amüsiere mich köstlich. Es war wie ein Löschprogramm, ein Virus. Ich habe ihn gestoppt, habe ein Backup gefunden, bin wieder geerdet.

Zeitgleich (oder deshalb?) ging die immer striktere Mediendiät einher, die Rückkehr zur Natur, das Vertrauen, dass alles erst einmal ist, nicht gut und nicht schlecht und nicht in eine Schublade muss. Nicht einmal ich selbst. 🙂

Heute gibt es WLAN nur noch stundenweise und statt Flugmodus schalte ich das Smartphone gerne ganz aus und lasse es in der Ecke liegen, bis ich meine, ich müsste wieder darauf schauen. Das TV ist seit acht Jahren abgeschafft. Tageszeitungen hatte es schon früher erwischt, Fachzeitschriften nahezu gänzlich … Wie noch vor Smartphonezeiten mehren sich Telefonate (via echter Leitung) und persönliche Treffen. Und E-Mail? Einmal täglich wochentags, ansonsten, wenn ich etwas schreibe, aber nicht weil es surrt, klingelt oder piept. Jetzt die nächste Entschleunigung: Heil- und Wildkräuter statt Zuchtsalat. Wirklich spannend.

Und wenn Du Freitag überlebst ist Pfingstwochenende,
die Chaostante.

LETHi-Faktor

LETHi-Faktor 1 (super) – 10 (OMG): 1 (-)
(Fast) alles gut und richtig, wie es ist. Lediglich etwas Berufliches habe ich wieder einmal unnötigerweise aufgeschoben. Es ist nicht das erste Mal ❤

Über das Meer der Möglichkeiten

Wir sehen viele Kriegserklärungen und übersehen dabei die Friedensangebote. Dies erörtere ich am Beispiel der Brombeerinvasion.

Ich bin leidenschaftlicher Hobbygärtner. Bio-dynamisch und nachhaltig sind zwei Kriterien, die für mich über den Anforderungen »schön« und »pflegeleicht« stehen. Doch als Gärtner hast du jedes Jahr mit einer anderen Pflanze zu tun, die vermeintlich aus dem Gleichgewicht gerät und sich schier endlos auf dem Grund verbreitet. Zu den Kandidaten der vergangenen Jahre gehören Franzosenkraut, Zitronenmelisse, Knallerbsensträucher, Brennnessel, Knöterich, Efeu und: Brombeeren.

Der Krieg der Brombeere – ein Geschenk

In diesem Jahr war ich so fleißig wie selten im Garten. Die typischen Brombeerstellen sind schon zweimal bearbeitet worden (es sind viele). Das bedeutet: Umgraben, Wurzeln entfernen (bis zu 1 Meter Tiefe!), aussieben, ökologisch düngen, bepflanzen und hoffen, dass die Brombeere auswandert 😉
Die ist ein Kampf. Und Kampf ist Krampf. Also drehte ich die Fragestellung um:

Warum finden so viele Brombeeren zu mir? Wie wollen sie mir helfen?

Das Universum schickt mir diese fantastische Heilpflanze

Seit Jahren erwähne ich eher beiläufig und sarkastisch »wenn ich wüsste, wie man mit Brombeeren Geld verdient, dann hätte ich ausgesorgt mit diesem Stück Erde«. Interessanterweise unterließ ich es aber, mich wirklich eingehend damit zu beschäftigen. Bis auf gestern. Und siehe da. Es lassen sich die frischen Blätter, die getrockneten und die fermentierten nutzen, ja sogar Tinkturen daraus haben positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden, insbesondere Mundhöhle, Rachenraum und Schleimlösung bei Erkältungen.  Natürlich kann man auch die Beeren verwenden, nicht nur als Snack, sondern als Saft auch gegen Erkältungen. Aber jetzt kommt der Hammer: die Wurzeln lassen sich trocken und schälen. Die Schalen werden wiederum für einen Aufguß genutzt, der insbesondere für Lymphsystem und Nierentätigkeit gut ist. Und die Restwurzel lässt sich trocknen, polieren und zu Kunstwerken gestalterisch nutzen. –  Und ich habe jahrelang aufgrund dieser bekloppten Programmierung in unserer emotional, gedanklich entarteten Gesellschaft stupide Pflanzen und Wurzeln entfernt und mich über den Wuchs geärgert anstatt dem Universum für dieses Geschenk zu danken ❤

Damit ist nun Schluss. Und ich schwöre mir:

Suche das Geschenk, finde den Sinn in allem, was du anziehst

Wie bei Brennessel & Co. frage ich mich nun: was kann ich damit anfangen? Wem kann ich damit helfen? Puh, eine langer Weg der Erkenntnis. Der Pfad des friedvollen Kriegers ist verschlungen und schier endlos. Dabei ist alles da, in Fülle. Und wir? Wir machen einen Kampf daraus anstatt genau das Meer der Möglichkeiten zu betrachten, um persönlich zu einem Mehr an Möglichkeiten zu kommen.

Wogegen kämpfst du gerade an? Und was wäre, wenn dies ein Geschenk ist, zu lernen und zu wachsen? Fühlt sich dies nicht leicht an? Wer wärst du ohne Kampf- und Bedrohungsgedanken, ohne Angst, aber mit Vertrauen, dass alles zur rechten Zeit da ist.

Lass den Gedanken zu, dass es einen Sinn hat, genau jetzt in seinem Leben zu sein; lass den Gedanken weg, dass es Kampf, Bedrohung und Gefahr ist; lass los von deinen erdachten Zielen und lass zu, was sich ergibt.

»Ergebnisoffen« ist besser als »alternativlos« 😉

Und wenn du die Brombeerinvasion produktiv transformierst wartet das nächste Geschenk schon im Meer der Möglichkeiten,
die Chaostante.